#1 Dampfschiffbau bei Urh, Machbarkeitsstudie, Saisonstart 2011 von Hafenmeister 19.05.2011 08:04

Einen Interessanten Beitrag sendete das Schaffhauser Fernsehen zu einem möglichen Neubau eines Raddampfers. Zugleich Presseinformationen zum Saisonstart mit einigen Interessanten Infos zur Modernisierung der "Thurgau".

Link:
http://www.youtube.com/watch?v=yYKGVTsLqdY
#2 Re: Dampfschiffbau bei Urh, Machbarkeitsstudie, Saisonstart 2011 von MS_Baden 23.05.2011 20:53

Die Hochschule für Technik Rapperswil bietet die Machbarkeitsstudie als sehr schön gestaltetes PDF zum Download an.

http://www.hsr.ch/index.php?id=91

Interessant ist, dass sich das neue Dampfschiff am historischen DS Schaffhausen anlehnt. Im Unterschied zum Original gibt es auf dem Hinterschiff einen Salon. Optisch ist das neue Dampfschiff durchaus gelungen.
Nun wird es spannend, ob nach dieser und weiteren Studien das Dampfschiff zum Aufpreis von 4 Millionen Franken gegenüber einem neuen Motorschiff tatsächlich realisiert werden wird. Es wäre in der Tat ein Novum, wenn ein Schaufelraddampfer in heutiger Zeit komplett neu gebaut würde, und zwar mit echter Verbund-Dampfmaschine.
#3 Re: Dampfschiffbau bei Urh, Machbarkeitsstudie, Saisonstart 2011 von MS Baden 24.02.2012 17:51

Dampfschiff: Traum geht baden
Es hat sich ausgeträumt: Ein Dampfschiff wird wohl nicht auf Untersee und Rhein verkehren. Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein verabschiedet sich von dieser Idee. Sie sei ökonomisch und ökologisch nicht zu vertreten.

Eine Studie bringt das Aus. Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) gab letztes Jahr mit den Kantonen Thurgau und Schaffhausen eine Studie bei der Shiptec aus Luzern, einer Tochter der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee, in Auftrag. Die Shiptec sollte die Machbarkeit eines Dampfschiffes prüfen.

Diese Studie liegt nun vor. Das Resultat: Ein Dampfschiff für die URh ist technisch durchaus möglich. Einen Nachbau des bekannten historischen Dampfschiffs Schaffhausen muss man sich allerdings abschminken. Das sei aufgrund der heutigen Anforderungen und gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich. Shiptec empfiehlt eine klassische Dampfmaschine, die mit Erdgas betrieben wird. Solch ein Schiff kostet, so die Studie, mindestens 10,3 Millionen Franken. Wobei davon ausgegangen wird, dass sich eine passende Occasions-Dampfmaschine findet. Ist das nicht der Fall, erhöht sich die Investition um weitere 2 Millionen Franken.
Dampfschiff kommt viel teurer

Das Fazit für die URh: Ein herkömmliches Motorschiff käme viel günstiger, sowohl was die Treibstoff-, Unterhalts- und Personalkosten betrifft. «Mindestens einen Mann brauchen wir bei der Besatzung eines Dampfschiffes mehr», sagt URh-Geschäftsführer Thomas Rist. Denn eine Dampfmaschine müsse wesentlich intensiver betreut werden als ein Motorschiff. Auf letzterem übernimmt der Maschinist auch noch andere Arbeiten. Zudem ist der Energieverbrauch eines Dampfschiffes rund doppelt so hoch wie bei einem Motorschiff.

Der URh-Verwaltungsrat hat nun die Ergebnisse der Studie intensiv beraten und einstimmig beschlossen: Der Bau eines Dampfschiffes soll nicht weiter verfolgt werden. Zwar wäre so ein Dampfschiff auf Untersee und Rhein überaus sympathisch und ein zusätzlicher touristischer Anziehungspunkt, der mehr Gäste in die Region locken würde. Dies würde aber die deutlich höheren Kosten niemals wettmachen.
Kommt einfach nicht in die Tüte

Die URh sei heute schon auf finanzielle Beiträge der öffentlichen Hand angewiesen, heißt es in der Medienmitteilung weiter. Eine Investition von bis 12 Millionen Franken übersteige die Möglichkeiten der URh bei weitem. Aber auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Betrieb sei betriebswirtschaftlich nicht vertretbar. Die URh will dieses unternehmerische Risiko nicht eingehen. Auch aus ökologischer Sicht befürworte sie die Anschaffung nicht. In einer Zeit des Energiesparens ein herkömmliches Schiff durch ein Schiff mit einem doppelt so hohen Energieverbrauch abzulösen, beurteilt der Verwaltungsrat als nicht zeitgemäß.

Bleibt die Politik. Noch ist im Kanton Schaffhausen ein Postulat in dieser Frage hängig. Doch URh-Direktor Walter Herrmann hält es für unwahrscheinlich, dass ein Dampfschiff nach dieser Studie politisch forciert werden könnte.

(Gudrun Enders/St. Galler Tagblatt v. 24.02.12)

Auch ich als Dampfschiff-Enthusiast würde es unter diesen hohen Kosten auch nicht mehr befürworten, so ein neues Dampfschiff bauen zu lassen. Man sollte versuchen, die Raddampfer langfristig im Betrieb erhalten, die es in der Schweiz bereits gibt. Auf dem Bodensee bleibt uns die Hohentwiel als einziges Dampfschiff.
#4 Re: Dampfschiffbau bei Urh, Machbarkeitsstudie, Saisonstart 2011 von MS Schwaben 28.02.2012 10:47

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Wirklich überraschend kommt dieses Ergebnis ja nicht. Und letztendlich wäre ein "neues" Dampfschiff irgendwie auch nur eine Art nautisches Disneyland...

Erfreulicherweise scheint bei den URh ein Bewusstsein für die Geschichte des eigenen Unternehmens vorhanden zu sein. Selbstverständlich ist das bei den Schiffsbetrieben hier am Bodensee offenbar nicht.

Vor diesem Hintergrund würde ich dem Unternehmen eher vorschlagen, sich um den Rückkauf des heute in den Niederlanden eingesetzten, historischen Motorschiffs "Munot" (I) zu bemühen, es instandzusetzen und wieder in Fahrt zu bringen. Dessen Substanz soll ja noch recht gut sein...

Michael Berg.
#5 Re: Dampfschiffbau bei Urh, Machbarkeitsstudie, Saisonstart 2011 von MSLindau 11.04.2012 09:06

Hallo,

ich denke schon dass auch bei der BSB und Vorarlberglines Interesse daran besteht die Baden/Schwaben/Karlsruhe/Austria/Österreich im Betrieb zu halten.

Allerdings sind diese Unternehmen die am Ende Schwarze Zahlen schreiben sollen.

Und das ist denke ich mal mit diesen Schiffen im Volleinsatz nicht möglich, in Hinsicht auf den im Vergleich zu einem Neubau riesigen Kosten wie Instandhaltung und Spritkosten.

Deswegen ist es meiner Ansicht nach auch mehr als fraglich, Karlsruhe und Schwaben jeden Tag von Bregenz nach Konstanz die langen Fahrten ohne Pause laufen zu lassen, was den alten Damen sicher nicht gut tut.

Viele Grüße
Dennis

Edit: Vielleicht sollte die BSB auch mal auf Instandhaltung mehr Wert legen....
Bsp.: MS Lindau ex. Grünten die schon vor nun fast 8 Jahren ausgemustert wurde, und in der Schweiz ein baugleiches Schiff immer noch im Dienst verweilt
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