#1 Halbstundentakt Fähre Friedrichshafen-Romanshorn von Westerwald-Kapitän 09.01.2019 14:36

Es wird schon seit langem in der Presse bzw. Internet über die Taktverdichtung der Fährverbindung Friedrichshafen-Romanshorn auf einen Halbstundentakt diskutiert. Ich würde eine solche Taktverdichtung befürworten, und ich denke viele Bodenseeanwohner ebenfalls. Derzeit überlegt man sich immer noch, wenn man die Fähre gerade verpasst hat, ob man doch rund um den See über Bregenz (eher weniger Konstanz) fährt. Dies wäre bei einem Halbstundentakt schon aus zeitökonomischen Gründen nicht mehr sinnvoll.

Technisch würde ich zunächst folgende Lösung vorschlagen: Mit vorhandenen Fähren soll etwa ab 2020 ein Halbstundentakt eingeführt werden. Es werden hierzu vier Fähren benötigt, sofern man eine realistische und energiesparende Geschwindigkeit von etwa 20 km/h und damit eine Fahrzeit von rd. 40 min (wie bisher) wählt. Es sind derzeit drei Fähren vorhanden:
MF Friedrichshafen
MF Romanshorn
MF Euregia.
Die ersten beiden sind in den letzten Jahren aufwendig modernisiert und neu motorisiert worden. Die Euregia ist eh noch relativ neu. So sollten diese drei Fähren für die Verbindung eingesetzt werden. Nicht nachvollziehen kann ich das teilweise vorgebrachte Argument, dass die Fahrzeit von 41 auf 36 min verkürzt werden müsse. Dies würde eine Erhöhung der Geschwindigkeit von 20 km/h auf 22 km/h und damit einen erhöhten Treibstoffverbrauch erfordern. Nach meinen Beobachtungen/Erfahrzungen reichen die derzeit 19 min Liegezeit imHafen locker zum Fahrgast- und Fahrzeug-Wechsel aus. Auch bei einer evtl. Verdopplung der zu verladenden/entladenden Fahrzeuge sehe ich kein Problem. Der Fahrgast-/Fahrzeugwechsel ließe sich vielleicht noch beschleunigen, wenn man auf den Fährbrücken eine Spur für Fußgänger und Radfahrer abteilt (ähnlich wie bei den Fährbrücken in Konstanz und Meersburg), so dass Fahrzeuge und Fußgänger zeitgliech wechseln können.
Bleibt das Problem, dass man für einen regelmäßigen Halbstundentakt ein viertes Schiff braucht. Hier böte sich m.E. an, dass die mit Indienststellung des Neubaus der Konstanzer Stadtwerke für die Strecke Konstant-Meersburg überzählige "Altfähre" hierfür eingesetzt wird. Evtl. Höhenunterschiede des Fahrzeugdecks sind mit den langen Fährbrücken (zumindest bei normalen Wasserständen) sicher ausgleichbar, und die Fährenden lassen sich sicher an die anderen Festmacheinrichtungen der Fährbrücken der Strecke Friedrichdshafen-Romanshorn anpassen.
Somit könnte ab 2020 ein solcher Halbstundentakt ohne größere Investitionen in neue Fähren aufgenommen werden. Je nach wirtschaftlicher Entwicklung könnte man dann immer noch den Neubau von ein oder zwei Fähren andenken, aber zum Start könnten man mit recht geringen Investitionen den Halbstundentakt realisieren.
Mit der in der Presse lancierten Idee einer Eelektrofähre könnte ich mich nicht anfreunden. Es ist ähnlich wie beim Elektroauto: man muss ein riesiges Gewicht für Akkus einrechnen, das dann von vorneherein als Nutzlast verloren ist. Und der Strom muss ja auch wo herkommen. Und was ist, wenn die Fähre wegen Sturm über Stunden nicht in den Hafen kann und ein Unwetter abwettern muss,und dann sind die Akkus leer? M.E. sollte man hier erst die Erfahrungen der Stadtwerke Konstanz mit der neuen, mit Flüssiggas betriebenen Fähre abwarten, dieses Konzept ist m.E. auch unter ökologischen Aspekten einem Elektroantrieb vorzuziehen.

Ich halte einen Halbstundentakt unter Verwendung vorhandener Fähren für eine kurzfristig realisierbare und sinnvolle Idee und hoffe, dass die BSB und die Schweizer Bodenseeschiffbetriebe den Mut haben, den Schritt zu wagen. Anwohner, Pendler, Touristen und letzlich die Umwelt hätten nur Vorteile.

#2 RE: Halbstundentakt Fähre Friedrichshafen-Romanshorn von 18.01.2019 18:14

Derzeit braucht man 2 Fähren und eine als Reserve, also 3. Wenn man ohne Beschleunigung halbstündlich fahren will, braucht man deren 4 + eine Reserve. Die Fahrzeitreduktion braucht man, um mit 3 Schiffen halbstündlich zu fahren, + 1 Reserve. Eine Geschwindigkeitserhöhung von 20 auf 22 reicht nicht, man kann ja im Hafenbereich nicht schneller fahren und Anlegen/Manövrieren geht auch nicht einfach so schneller. Ohne die Berechnungen zu kennen, wird man eher 26km/h statt 22km/h fahren müssen, denn auch heute fährt man schneller as 20km/h (kann mich aber täuschen). Vielleicht misst mal jemand mit GPS ??

Bei 36min hat man dann noch 9 Minuten für den Ladungswechsel, macht man dabei Verspätung muss man noch schneller fahren. Die Geschwindigkeitserhöhung ergibt bei den eher strömungsungünstigen, symmetrischen Rümpfen mindestens einen Faktor 1.5 erhöhten Verbrauch, also eine Verdreifachung wenn man die Verdoppellung der Fahrten einrechnet.

Ob das ökologisch sinnvoll ist, beweist sich nicht mit dem vagen Hinweis auf einige Seeumfahrungen weniger, sondern müsste man genau ansehen. Gerade Lastwagen sind verhältnismässig sparsam, es könnte durchaus sein, dass für sie ein Umfahren ökologischer ist, als ein Seetransport mit dem Schiff. Hierzu etwas Zahlenmaterial: Die Euregia braucht für eine Überfahrt ca 200L Diesel, ein LKW für die Umfahrung ca 30L und das nur wenn der LKW von Hafen zu Hafen muss, ist die Abkürzung weniger, spart er weniger.

Betriebswirtschaftlich verstehe ich natürlich, dass die Schiffsbetriebe gegen Bezahlung von Subventionen gerne mehr fahren würden, aber ökologisch zu argumentieren ist wohl falsch.

#3 RE: Halbstundentakt Fähre Friedrichshafen-Romanshorn von MSLindau 07.02.2019 18:30

Die alte Fontainbleau zu nutzen ist vermutlich auch nicht so einfach möglich, ich meine das wir die Diskussion schonmal hatten als 2 Fähren auf FN->Romanshorn ausfielen. Damals konnte man auch keinen Ersatz von dort nutzen, ich meine damals meinte jemand dass die Anlegesysteme sich unterscheiden.
Abgesehen davon dürfte diese ihre Lebensdauer sowieso erreicht haben und recht schnell verschrottet werden.

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